Kakaka.du-Verhandlung am 26.7. in Lüneburg

Umweltaktivist verklagt Polizei
Verhandlung wegen Ermittlungen zum Mastanlagenbrand in Sprötze am Verwaltungsgericht Lüneburg

Lüneburg Am 26.7.2011 wird um 10.30 Uhr die Klage des Karl
Caspar Winter gegen die Polizeidirektion Lüneburg am Verwaltungsgericht
verhandelt. Der Aktivist aus Braunschweig wurde im Zuge der Ermittlungen
um den Mastanlagenbrand in Sprötze im Sommer 2010 verdächtigt. Ohne
Belastungshinweise und lediglich wegen seines öffentlichen Engagements
gegen Massentierhaltung, so der Kläger. Winter wirft der Polizei zur Last,
ihn im April widerrechtlich zur erkennungsdienstlichen Behandlung
gezwungen zu haben. Die Ermittlungen gegen ihn wurden mittlerweile
eingestellt.
Das Umfeld des Klägers kündigt für 9.00 Uhr Strassenaktionen vor dem
Gericht an.

Kurz nachdem am 30.7.2010 eine im Bau befindliche Mastanlage in Sprötze
bei Buchholz fast vollständig ausbrannte, bekannte sich eine Zelle der
Animal Liberation Front, eine Gruppierung aus Tierrechtszusammenhängen zum
Brandanschlag. Als Begründung gaben sie an, dass alle zuvor geführten
Auseinandersetzung gescheitert seien und nennt Umweltausbeutung und
Tierqual als Motive. Im Anschluss ermittelte die Polizei insbesondere,
aber nicht nur in Niedersächsischen Tierrechtszusammenhängen. Karl Caspar
Winter, der sich seit mehreren Jahren aktiv für die Umwelt- und
Tierrechtsbewegung einsetzt, gerat dabei ins Visier der Ermittler. Es
folgen erkennungsdienstliche Maßnahmen und eine Hausdurchsuchung gegen
einen weiteren Aktiven. Nach wenigen Monaten werden die Ermittlungen gegen
Winter und vier weitere Aktivist_innen wieder eingestellt, da sie
offensichtlich keine Hinweise auf eine Involvierung in den Brandanschlag
lieferten.

„Ich wurde willkürlich herausgepickt, weil ich mich politisch
engagiere“,kommentiert Winter. Mit seiner Klage wolle er sich gegen die
Kriminalisierung von politischen Bewegungen zur Wehr setzen. „Auch wenn
ich nicht an so etwas wie Gerechtigkeit glauben kann und schon garnicht an
die Gerechtigkeit die von dieser Justiz ausgeht, ist es mir wichtig mich
auch juristisch gegen Repression zur Wehr zu setzen. Ich will zeigen, dass
ich mich auch weiterhin gegen Auswirkungen wie beispielsweise
Umweltzerstörung und Tierausbeutung, die dieses System produziert zur
Widerstand zu leisten“, so Winter.

Die Mastanlage in Sprötze ist eine von 420 geplanten Zulieferbetrieben für
den umstrittenen Großschlachthof in Wietze. Mittlerweile ist die Anlage
wieder aufgebaut und in Betrieb genommen worden. Gegen viele weitere
Zulieferbetriebe regt sich dennoch weiter Protest. Jüngste Ereignisse
zeigen, wie aktuell die Frage um das Megaprojekt in Wietze ist: Nach fast
einem Jahr ist am 16. Juli 2011 in Vechelde ein weiterer Zulieferbetrieb
für Wietze in Flammen aufgegangen. Die Polizei gibt an, ein
Bekenner_innenschreiben erhalten zu haben.

Für Interviews und Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Informationen rund um die Solidaritätskampagne zu den Beschuldigten finden
sie unter www.Kakakadu.Blogsport.de

Rückfragen gerne an:

01578 90 66 924
kakaka-du@riseup.net